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Willibald Greßl
Christbaumkulturen
Hilmanger 25


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Auf dieser Seite finden Sie die Geschichte des Weihnachtsbaums
und ein Weihnachtsgedicht von Fr. Elfriede Greßl (Mutter von Hr.Greßl)

Geschichte des Weihnachtsbaums

Fangen wir mit der christlichen Datierung des Weihnachtsfestes an, als dessen Symbol der Weihnachtsbaum im Zentrum steht. Das Weihnachtsfest wurde aller Wahrscheinlichkeit nach in Rom im 4. Jahrhundert nach der Geburt Christi auf den 25. Dezember datiert: Um das Christentum erfolgreich zu verbreiten, bestand die Notwendigkeit, festgelegte und einheitliche Termine für die religiösen Festtage zu finden. Da für die Geburt Christi in der Bibel kein genaues Datum angegeben ist, mußte also erst ein passender Termin gefunden werden.

Nun gab es im römischen Reich die weit verbreitete vorchristliche Mithrasreligion, in deren Zentrum die Verehrung der "solinvictus", der unbesiegbaren Sonne, stand: Das Hauptfest dieser "heidnischen" Religion wurde am 25. Dezember als der Tag der Sonnenwende gefeiert, wobei zu Ehren der neu aufsteigenden "Siegerin Sonne" große Feuer angezündet wurden.

Die Kirchenväter der ersten Stunde ahnten wohl, daß die im Naturgeschehen verwurzelten Bräuche der vorchristlichen Religion nicht so einfach auszurotten gewesen wären und datierten strategisch geschickt das zweitwichtigste Fest des Christentums auf den 25. Dezember, den vom Sonnenkult bestimmten Tag: Da dem Fest der Erscheinung Christi auf Erden vom Neuen Testament her das Symbol des Lichts, das in der Finsternis ausstrahlt, innewohnt, ließ sich Christus- und der Sonnenkult über die beiden gemeinsamen Lichtsymboliken gut miteinander kombinieren.

Aber nicht nur in der römischen Kultur, sondern auch in anderen Kulturen im heutigen Europa wurde bereits vor der Christianisierung die Sonnenwende als der kosmische Wendepunkt des Jahres gefeiert.

Da es sich bei der Wintersonnenwende um ein überall wahrnehmbares Naturphänomen handelt, konnte das dazugehörige Fest - unabhängig von einer gemeinsamen Weltanschauung wie dem Christentum, das durch Wort und Schrift erst verbreitet werden muß - in verschiedensten Gegenden auf unterschiedlich bunte Weise auftauchen: So legen christliche Berichterstatter empört Zeugnis davon ab, daß das neue christliche Weihnachtsfest noch so ausgelassen wie die Wintersonnenwende gefeiert wurde, bevor sich die christliche Mission endgültig mit ihrer - oftmals recht steifen - Ordnung durchsetzte, indem sie ein andächtiges Fest der inneren Einkehr vorschrieb: "Stille Nacht, heilige Nacht..."

Dabei erscheint es jedoch durchaus nachvollziehbar, daß die Wiederkehr der Sonne ein Anlaß zu Umzügen, Tanz und großer Freude war, weil sie für die Menschen eine tiefe existentielle Bedeutung hatte: Von dem Licht und der Wärme der Sonne, die im Frühjahr erneut die Saat aufkeimen ließen und neue Nahrung brachten, hing das eigene Überleben ab - eine Situation, die wir uns heute in Zeiten des internationalen Nahrungs- und Rohstoffhandels erst wieder ins Gedächtnis rufen müssen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß sich unser heutiges Wort "Weihnachten" vom Mittwinterfest und nicht vom Geburtsfest Christi herleitet. Verfolgt man die Wortgeschichte unserer heutigen Bezeichnung "Weihnachten", so zeigt sich ein direkter Zusammenhang mit der Wintersonnenwende: Etymologisch beruht die Form "Weihnachten" auf einem alten mittelhochdeutschen Dativ Plural "zu wihen nahten", was soviel wie "in den heiligen Nächten" bedeutet. Damit waren ursprünglich die schon in germanischer Zeit gefeierten Mittwinternächte gemeint. Streng genommen verweist also die Bezeichnung "Weihnachtsbaum" auf die heidnisch-germanische, die Bezeichnung "Christbaum" hingegen auf die christliche Tradition.

Die Bräuche, mit der die Wintersonnenwende begangen wurde, sind regional so verschieden und vielfältig, daß sie an dieser Stelle unmöglich alle aufgelistet werden können.

Eine Sitte der Mittwinterzeit war das Hineinholen eines sogenannten "Wintermaien" ins Haus: oftmals waren dies Obstzweige, die zum Blühen gebracht wurden oder aber der "grüne Zweig", der Schutz und Fruchtbarkeit versprach. Da es aber nicht immer gelang, die Obstbaumzweige pünklich zu den Mittwinternächten zum Blühen zu bringen, setzte sich wahrscheinlich mit der Zeit der immergrüne Zweig durch. Aus diesem wiederum entwickelte sich etwa im 16. Jahrhundert der stehende, geschmückte Wintermai als ein Gemeinschaftsbrauch: Diese Form des Wintermaien war der direkte Vorläufer des "Weihnachtsbaums", der sich dann bei den häuslichen Familienfesten einbürgerte.

Erst im 18. Jahrhundert wurde der ursprünglich vorchristliche Brauch christlich umgedeutet, nachdem allerlei Versuche der christlichen Kirche, das heidnische Brauchtum zu verbieten, fehlgeschlagen waren: Dazu war der Glaube an die segenbringende Kraft des Weihnachtsmaien bzw. des Weihnachtsbaumes zu tief im Volk verwurzelt.


Zusammenfassung
Bei der Frage nach der Herkunft des Weihnachtsbrauchtums bieten sich theoretisch vier Möglichkeiten:

Die Bräuche stammen von vorchristlichen einheimischen Festen, vor allem von den einheimischen Mittwinterfesten (Wintersonnenwende).
Es sind christliche Bräuche.
Es sind vorchristlich-römische Sitten.
Es sind Neugestaltungen, Umdeutungen, Verschmelzungen.
Das Fest der Geburt Christi ist als fertiges Fest zu den Germanen gebracht worden. Das kirchliche Fest hatte sich schon vorher mit römischem Brauchtum verbunden, welches die Feier eigentlich volkstümlich machte. Auf germanischem Boden ist dieses Fest das Hauptfest des Jahres geworden, das damit verbundene Brauchtum gehört aber mehr oder minder deutlich nicht zum christlichen Fest, sondern stammt vom einheimischen Mittwinterfest ab.

Zu diesem heidnischen Brauchtum zählt aller Wahrscheinlichkeit nach der heutige Weihnachtsbaum, der der direkte Nachfolger des stehenden Wintermaien ist. Die bisher einfach als christlich angesehenen Weihnachtsbräuche sind wahrscheinlich Umdeutungen einheimischer Sitten oder Verschmelzungen mit diesen. Dabei beruht die auffallende Ähnlichkeit zwischen heidnisch-römischem und heidnisch-germanischem Brauchtum nicht - wie lange angenommen - auf Entlehnung, sondern auf Urverwandtschaft:

In fast allen Kulturen gibt es Formen des Baumkultes und der Baumverehrung sowie Beobachtungen kosmischer Abläufe und sich daraus ableitender Sonnen- und Lichtverehrung.

Seit dem Mittelalter wurden im Winter Zweige von Laubbäumen in das Zimmer gestellt, die um Weihnachten blühen sollten. An ihre Stelle traten später immergrüne Pflanzen, wie z.B. die Stechpalme, Kiefer, Fichte oder Lorbeer. Aus Schlesien und dem Elsaß sind Nachrichten aus dem 17. Jahrhundert gekommen, nach denen man dort Bäume mit Backwerk und Obst behängte oder mit brennenden Kerzen schmückte.

Das Christbaum-Motiv in der Musik und der Literatur
Die Faszination, die von einem grünen und leuchtenden Weihnachtsbaum in der dunkelsten und grauesten Zeit des Jahres ausgeht, spiegelt sich in den Texten vieler Weihnachtslieder wider, in denen der immergrüne Tannenbaum besungen und gepriesen wird.

Vor allem die kindliche Verklärung beim ersten Anblick des von Kerzen überfluteten Baumes ist ein immer wiederkehrendes Thema - die Erwartung leuchtender Kinderaugen sowie leuchtender Christbaumkerzen ist dabei genauso obligatorisch wie das Reimpaar Weihnachtsbaum und (Weihnachts) -traum. Bei genauerem Hinsehen bzw. Hinhören läst sich auch der alte Sinn in den Weihnachtsliedern entdecken: So beschreibt z. B. der Text von "O Tannenbaum" die Hoffnung auf ein Wiedererwachen der Natur im Frühjahr, für die die immergrüne Weihnachtstanne Anlaß gibt.

Wie in der Musik finden sich auch in der Literatur Beschreibungen prächtig geschmückter, duftender und glänzender Weihnachtsbäume. Mit eine der frühesten literarischen Erwähnungen des Christbaums findet sich in Goethes "Werther" von 1774.

Am bekanntesten düfte Theodor Storms Weihnachtserzählung "Unter dem Tannenbaum" sein, in der ausführlich das Auspacken, Aufstellen und Schmücken eines Weihnachtsbaumes beschrieben wird. Außerdem ist in dieser 1865 zum ersten Mal erschienenen Erzählung das berühmte Gedicht "Von drauß' vom Walde komm ich her..." eingebettet.

Gleich zweimal wird sehr eindrucksvoll die weihnachtliche Stimmung und der geschmückte Christbaum in Thomas Manns Roman "Buddenbrooks" (1901) beschrieben, in dem auch sehr deutlich wird, daß Weihnachten in der deutschen Tradition das Fest der Familie schlechthin geworden ist.

Zur Symbolik des Weihnachtsbaums und seines Schmucks
Immergrüne Tanne:
Symbolisiert Fruchtbarkeit und Unsterblichkeit, bis heute gilt grün als die Farbe der Hoffnung - im ursprünglichen Kontext die Hoffnung auf das Wiedererwachen der Natur im Frühjahr und auf die Wiederkehr der Lebenszyklen (vgl. den Text von "O Tannenbaum").
Um Fruchtbarkeit und Hoffnung geht es auch in der weihnachtlich-christlichen Mythologie: Die Geburt Christi symbolisiert den Beginn eines neuen Lebenszyklusses (vgl. den Text von "Es ist ein Ros' entsprungen") und gleichzeitig die Hoffnung auf Erlösung durch den Retter Jesu.

Grüner Zweig:
Lebensrute, Glücks- und Segenbringer, auch als Geschenkbeigabe verwendet. Wir finden diese Bedeutung heute noch in der Redewendung "Auf (k)einen grünen Zweig kommen" = (Kein) Glück haben.
Die Abwehr von Bösem ist eine weitere Funktion des grünen Zweiges, wobei schwer zu sagen ist, ob der Abwehrgedanke ursprünglich ist oder schon auf christlicher Umdeutung beruht. Dennoch sind die beiden Seiten, Segen und dadurch Abwehr, untrennbar miteinander verbunden.

(Kerzen-) Licht:
Nachfolger der in den Mittwinternächten brennenden Kerze, die mit der allgemeinen Festbeleuchtung des christlichen Weihnachtsfestes "verschmolz". Nach vorchristlichem Glauben sollte die Kerze den Verstorbenen helfen, in den Mittwinternächten den Weg nach Hause zurück zu finden. Auch wurde die Überwindung der dunkelsten Jahreszeit durch die Wintersonnenwende mit brennenden Feuern gefeiert: Damit wurde die Wiederkehr der Sonne beschwört, deren wärmendes Licht ein Sinnbild des Lebens darstellt und für alle Lebensprozesse auf der Erde notwendig ist. Im Christentum symbolisiert Christus das Licht, die Hoffnung auf ein Ende der Finsternis bzw. stellt selbst das Licht in der Finstemis dar.

Äpfel:
Früchte sind selbstverstandlich Sinnbilder der Fruchtbarkeit. Da der Apfel eine bis zum Winter haltbare Frucht in den nordeuropäischen Breitengraden ist, bot er sich als Baumschmuck an.
Im Christentum stellt der Apfel die Frucht der Versuchung dar und wächst am Baum der Erkenntnis. Vereinzelt wurden seit dem Mittelalter zu Weihnachten vor den Portalen der Kirchen Stücke aufgeführt, in denen die Vertreibung aus dem Paradies nachgespielt wurde: Dazu wurden Paradiesbäume aufgestellt, die natürlich mit Äpfeln geschmückt waren. Es ist von daher anzunehmen, daß im christlichen Kontext der Apfel am Weihnachtsbaum den Paradiesapfel symbolisiert.

Glitzerschmuck:
Wahrscheinlich spielt der Glitzerschmuck (Kugeln, Lametta etc.) auf die kostbaren Geschenke der Drei Heiligen Könige an. Die schmückenden Effekte von Edelmetallen oder ähnlich aussehenden Materialien sind jedoch in jeder Kultur bekannt.

WEIHNACHTSGESCHICHTE von Elfriede Greßl
(Mutter von Hr. Greßl)

 
Weihnachtszeit, Kinderzeit.
In der Kinderzeit,
wie haben wir uns da auf Weihnacht gefreut.
Wie haben wir die Tage gezählt,
vielleicht hat das Christkind auch für uns was bestellt.
Ein paar Wochen vor Weihnacht,
haben wir an den Christbaum gedacht.
Gefroren war der Boden und es war schon recht kalt,
wir dachten, ach wie schön das Christkind kommt bald.
Die Schneeflocken tanzten schon in der Luft,
das Haus erfüllte der Backwerke Duft.
Die Schwester und ich, wir gingen in den Wald,
wir brauchten ja auch einen Christbaum dann bald.
Kleine Bäumchen haben wir uns angesehen,
ein Bäumchen mit drei Reihen, der war für unseren Christbaum sehr schön.
Die größere Schwester hat ihn dann abgesägt,
dann sind wir voll Freuden nach Hause gestrebt.
Die Schwester hat schöne Strohsterne und Ketten gemacht,
viel Vorfreude hat uns das damals gebracht.
Die Kekse wurden mit Löchern versehen,
damit man sie an den Baum hängen kann schön.
Große Schüsseln voll Kekse haben wir gemeinsam gebacken,
die waren so köstlich die süßen Sachen.
Die Schwester die ich einmal hatte, ist noch schnell zum reichen Onkel gegangen,
um für mich, die Kleinere ein Geschenk zu erlangen.
Die Cousinen waren schon älter als wir,
sie brauchten nicht mehr das Spielzeug als Zier.
Die Schwester hatte gerade so viel Freude wie ich,
denn ein Spielzeug hatte sie wieder ergattert für mich.
Das Spielzeug was ich damals vom Christkind bekam,
so wunderschön wars und mein Herz hing daran.
Vergessen habe ich es bis heute noch nicht,
das es mein Leben lang nie aus meinem Gedächtnis entwich.
Ein Puppenschlafzimmer ist es einmal gewesen,
mit Betten und Tischchen und Besen.
Und einmal wars eine Kegelbahn,
wie lange hing mein Herz da daran.
Als Kind dachte ich,
daß es so etwas Schönes geben kann für mich.
Ich erinnere mich auch noch an eine Weihnachtszeit,
da hat es seit Wochen gestürmt und geschneit.
Zwei Wochen waren die Straßen schon zugeweht,
für eine Straßenräumung war es schon zu spät.
Es war einmal in der heiligen Nacht,
als wir die Bescherung und das Beten schon fertig gemacht.
Erst glaubten wir der Sturm rüttelt so sehr,
aber dann erkannten wir es ist jemand an der Tür.
Ja wer mag denn jetzt noch draußen sein,
in der heiligen Nacht so ganz allein.
Ein Mann der war stundenlang durch Sturm und Schnee gestapft,
aber jetzt hat ihn schon die Erschöpfung gepackt.
Der Autobus sei ihm davongefahren,
er mußte marschieren trotz des Winters harten gebarren.
Er hat sich gelabt, er hat sich gestärkt,
er war ja so dankbar das wir ihn hatten noch gehört.
Ein paar Stunden zu gehen hatte er noch vor sich,
wir gaben ihm eine Laterne, daß er wenigstens hatte Licht.
Eine schöne, selige, heilige Nacht hat er uns fürs ganze Leben gewunschen,
und schon war er wieder in der Finsternis verschwunden.
Der Vater hatte damals den Vorbeter gemacht,
gebetet hatten wir viel in der heiligen Nacht.
Der Freudenreiche Rosenkranz ist es gewesen,
Gebete für Verstorbene und Bitten um Segen.
Im Schlafzimmer war der Christbaum aufgestellt,
wie lange habe ich ihn betrachtet und das Herz wurde hell.
Die Weihnachtsfreude ist lange in meinem Herzen geblieben,
nicht einmal die Sorgen des Leben haben sie vertrieben.
Wie bescheiden sind wir doch als Kinder gewesen,
aber die Weihnachtsfreude ist in unseren Herzen gesessen.
Liebe und Friede haben wir als Kinder verspürt,
darum waren unsere Herzen so lange gerührt.
Die Weihnachtszeit ist doch die Zeit für den Frieden,
aber mein Gott wo ist nur der Frieden geblieben.
Bescheidenheit und Frieden war in unseren Herzen,
wir wußten noch nichts von des Lebens Schmerzen.
Viele schöne Weihnacht hab ich seit damals verbracht,
den Kindern und Enkerln haben wir viel Freude gemacht.
Der Christbaum wurde groß und die Geschenke wurden reich,
wie gibt es den heut noch zu damals einen Vergleich.
Aber heute noch bete ich so gerne zu dir,
Jesulein gib den Frieden auch mir.
Jesulein erleuchte doch alle Herzen,
daß wir zur Weihnachtszeit vergessen unsere Schmerzen.
Die Weihnachtsfreud soll ziehen in unsere Herzen wieder ein,
daß wir noch einmal wie Kinder über die Weihnacht uns freuen.
 
 
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